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Während der Kubakrise im Okt. 1962 wendet US-Präsident John F. Kennedy die sog. Monroe-Doktrin an, die ausschließt, daß fremde Mächte in der amerikanischen Hemisphäre Einflußzonen aufbauen, Militärstützpunkte etablieren, Abhängigkeiten schaffen oder Bündnispartner gewinnen:
- die Stationierung sowjetischer Raketen auf Kuba, die US-amerikanische Städte erreichen können, würden die USA nicht dulden – Souveränitätsrechte Kubas hin oder her;
- der Präsident ist bereit, in Verfolgung der Monroe-Doktrin einen Dritten Weltkrieg zu riskieren;
- in buchstäblich letzter Minute einigt man sich mit der Sowjetunion im wechselseitigen Interesse:
- die UdSSR macht die Stationierung ihrer Raketen auf Kuba rückgängig und stoppt die Weiterverfolgung diesbzgl. Pläne;
- im Gegenzug bauen die USA ihre Raketen in der Türkei ab, die sie dort – nicht weniger heimlich als die Sowjets in Kuba – stationiert hatten;
- Nikita Chruschtschow, damaliger Erster Sekretär der KPdSU, verspricht Kennedy, über den zweiten Teil der Vereinbarung Stillschweigen zu bewahren, um den US-Präsidenten nicht vor der US-amerikanischen Öffentlichkeit zu kompromittieren.
Anmerkungen:
- um es sich nochmals vor Augen zu halten: Diese weltrettende Einigung wird erzielt zwischen zwei absoluten ideologischen Antipoden, zwischen einer hochkapitalistischen USA und einer spätstalinistischen UdSSR!
- die unmittelbaren und mittelfristigen Konsequenzen der Kubakrise:
- Paritätsannahme, d.h. man verhandelt auf Augenhöhe;
- alle Konflikte werden unterhalb einer Schwelle gehalten, die die beiden Großmächte in den Dritten Weltkrieg ziehen könnte;
- stabilitätsorientierte Außenpolitik als international verstandene Verpflichtung;
- Einführung der "Roten Telefone";
- Beginn von Abrüstungsverhandlungen (Strategic Arms Limitation Talks SALT);
- ABM-Vertrag vom 28.5.1972 ("Anti-Ballistic-Missile-Treaty" als Teil der SALT I-Verhandlungen);
- SALT II 1979.
[ Bildquelle ]